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Film+10

Themenschwerpunkt

Erzählen und Montage

Auf höchstem Niveau

Vertikal montieren

Erzähltechnik Voice Over im Dokumentarfilm
Das erzählende Stilmittel der Voice Over wird besonders im Dokumentarfilm vielfach und vielseitig verwendet: Eine Voice Over kann Genres setzen oder verändern, kann persönlich berichten oder allgemeingültig philosophieren, kann kommentieren oder zweifeln, Erzählstränge komplettieren, verbinden oder kontrastieren. Als akustische Textebene kann die Voice Over Grundpfeiler des Filmkonzepts oder rettende Notlösung sein, als Stimme des Films ist sie oft stilbildend für die grundlegende Tonalität. Die Voice Over bildet eine Erzählebene, die den Bild- und Tonebenen in einem komplexen wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis hinzugefügt wird – weshalb sie so manchen Schnittprozess nachhaltig geprägt hat: Konzipierung, Verwendung und Platzierung dieser Stimme wirken verbindend in Bezug auf die »Teile des Ganzen«, deren filmisches Endresultat zentral durch die Art der Montage der Voice Over mehr als die Summe ebenjener Teile werden kann und soll. Dieses praxisorientierte Panel wird den Besonderheiten der Erzähltechnik Voice Over mithilfe der von den Editorinnen Gesa Marten und Tania Stöcklin gewährten Einsichten in die Montageprozesse von konkreten Filmbeispielen nachspüren: Mit der Provinz-Satire Durchfahrtsland (Prix Europa 2005) und der 2009 mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichneten dokumentarischen Literaturadaption Das Summen der Insekten stehen sich zwei sehr unterschiedliche Voice Overs im Essayfilm gegenüber. Stellvertretend für die zunehmend präsente Technik der persönlich berichtenden Erzählstimme werden mit den ebenfalls in Tonalität und Stil sehr verschiedenen Dokumentarfilmen Bruder Schwester und Beyond this Place zwei noch nicht im Kino ausgewertete, brandaktuelle Produktionen vorgestellt.

Termin

Sonntag, 28.11.2010 um 17:00 Uhr
Filmforum im Museum Ludwig

Panelteilnehmer

Gesa Marten, Tania Stöcklin

Panelmoderation

Christine von Fragstein
Film+ ist eine Veranstaltung des Filmverlags Schnitt in Zusammenarbeit mit der Filmstiftung NRW und der Stadt Köln
und wird unterstützt von der Stiftung Kulturwerk der Verwertungsgesellschaft BILD-KUNST